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Entspannt und sicher ans Ziel: Stress am Steuer vorbeugen

Straßenverkehr, gerade in der Stadt, kann Stress pur bedeuten: ob im Sommer, bei großer Hitze oder auf winterlichem Glatteis. Autofahren erfordert Konzentration, schnelle Reaktionsfähigkeit und das Vermögen, sich in andere Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer hinzuversetzen. Wenn zu den Anforderungen des Straßenverkehrs selbst auch noch Stress, Ärger und Verstimmungen aus dem Alltag dazu kommen, fühlen sich viele Fahrerinnen und Fahrer rasch überlastet. Das trifft Führerscheinneulinge genauso wie alte Hasen, die schon seit Jahrzehnten auf der Straße unterwegs sind. Nicht wenige Verkehrsunfälle lassen sich direkt oder indirekt darauf zurückführen.

Fordernden Verkehrssituationen mit Ruhe begegnen

Vor allem unübersichtliche Situationen, in denen schnell reagiert werden muss, führen im Verkehrsalltag zu Stress. Rasch einem Rettungswagen ausweichen zu müssen, ein aus einer Seitenstraße schießendes Fahrrad oder eine große Kreuzungsanlage, auf der Dutzende Verkehrsteilnehmer in verschiedene Richtungen abbiegen. Dass wir auf solche Situationen gestresst reagieren, ist sogar gut. Denn durch den Stress begegnen wir akuten Herausforderungen schneller und mit größerer Präzision. Nur wenn eine Fahrerin oder ein Fahrer psychisch oder körperlich nicht damit umgehen kann, wird auch kurzfristige Anspannung zum Risikofaktor und Problem. Entspannungs- und Meditationsübungen können einen Weg darstellen, die Stressresistenz ganz generell zu erhöhen. In den meisten Fällen hängt eine Überforderung in konkreten Verkehrssituationen aber vor allem damit zusammen, dass wir Stress aus dem Alltag mit auf die Straße bringen.

Alltagsstress hat im Verkehr nichts zu suchen

Ob berufliche oder familiäre Belastungen oder Krisensituation: Wer im Alltag bereits starken Spannungen ausgesetzt ist, hat es am Steuer automatisch schwerer. Versuchen Sie daher sich, insbesondere in insgesamt stressigen Phasen, vor der Fahrt ein wenig abzulenken. Sei es, indem Sie ein bisschen lesen, sich ein wenig die Beine vertreten oder vielleicht noch einen Kaffee trinken gehen. Versuchen Sie den missglückten Kundenkontakt, das unangenehme Gespräch mit dem Chef oder die Gedanken an die überbordende Arbeit beiseitezuschieben, ehe Sie sich ans Steuer setzen. Auch ganz unabhängig vom Straßenverkehr, kann es Ihre Lebensqualität ungemein erhöhen, wenn Sie lernen, beruflichen Stress nicht mit in den privaten Alltag zu nehmen.

Sorgen Sie außerdem schon im Vorfeld dafür, genug Zeit für Ihre Fahrt einzuplanen. Egal ob der tägliche Weg zur Arbeit oder eine längere Autobahnfahrt: Zeitdruck auf der Straße sorgt für zusätzlichen Stress, der sich dann potenziell in akuten Belastungssituationen entlädt. Gerade auf weiteren Strecken sollten Sie daher auch genug Zeit für Pausen und Unterbrechungen einplanen. Mindestens alle anderthalb Stunden sollten Sie ein paar Minuten Rast machen und entweder ein bisschen frische Luft schnappen oder sogar schlafen, um die Konzentrationsfähigkeit wiederherzustellen. Auch ansonsten bergen längere Autofahrten ganz eigene Stressrisiken. Vor allem Staus werden von vielen Fahrerinnen und Fahrern als besonders stressig und zermürbend empfunden. Auch wir, hier in Bergkamen, gleich am berühmt-berüchtigten Kamener Kreuz, wissen ein Lied davon zu singen – glauben Sie uns! Versuchen Sie, das Beste aus der Situation zu machen und die Zeit für sich zu nutzen. Ungestört Musik oder ein Hörbuch hören zu können, ist für viele von uns im Alltag schließlich keine Selbstverständlichkeit mehr.

Andere Fahrerinnen und Fahrer verstehen

Straßenverkehr bedeutet Interaktion mit anderen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern. Autofahrerinnen, Fußgänger und Radfahrer: Sie alle haben ein Anrecht auf ein Stück Straße und die meisten von ihnen machen, genau wie Sie, Fehler. Konflikte im Straßenverkehr sind damit unvermeidlich. Solche Konfliktsituationen sind ebenfalls Stressverursacher. Gerade die Isolation und Abgeschiedenheit im eigenen Fahrzeug verstärkt diesen Effekt dabei oftmals. Am Steuer zu fluchen und andere zu beschimpfen kann zwar bis zu einem gewissen Grad eine kathartische, entspannende Wirkung haben, sorgt aber in aller Regel einfach für noch mehr Stress. Versuchen Sie, sich in die Lage anderer Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer hineinzuversetzen. Andere Autofahrer waren vielleicht im entscheidenden Moment abgelenkt und haben deshalb eine andere Wahrnehmung des Geschehens als Sie – möglicherweise haben auch Sie selbst ein wichtiges Detail übersehen. Machen Sie sich immer wieder klar: Es kommt nicht darauf an, recht zu behalten, sondern möglichst unbeschadet und sicher durch den Verkehr zu gelangen. Auch bei Konflikten mit schwächeren Verkehrsteilnehmern sollten Sie unbedingt versuchen, die Position der oder des anderen einzunehmen. Radfahrerinnen und Radfahrer mögen oftmals aggressiv auftreten und wirken. Bedenken Sie aber, dass für diese die Teilnahme am Verkehr meist wesentlich gefährlicher ist als für Sie im gesicherten Fahrzeug und dass dadurch deren Stresslevel gerade in riskanten Situationen noch einmal erheblich ansteigt. Auch der ganz buchstäbliche Perspektivwechsel kann sinnvoll sein: Von verschiedenen Positionen aus, kann die Straße (und damit die Situation) vollkommen anders aussehen.

Gerade Fahrschülerinnen und Fahrschüler, die ihre ersten Praxisfahrstunden machen, wissen oft nicht, wie sie mit den stressigen Situationen im Straßenverkehr umgehen sollen. Für uns bei der Fahrschule Knuf ist es daher sowohl in den Praxis- als auch in den Theoriestunden wichtig, uns mit diesem Themenbereich auseinanderzusetzen. Denn oft reichen schon einfache Übungen und die Einhaltung simpler Verhaltensregeln, um den Stresslevel am Steuer deutlich zu senken. In Gesprächen mit unseren Schülerinnen und Schülern besprechen wir, welche Situationen auf beim Fahren sich als besonders stressig erwiesen haben und wie damit am besten umzugehen ist.